BBV vom 30. August 2022

Eine besondere Atmosphäre bei der Bocholter Wallfahrt

Vorstand der Fußpilger zieht positives Fazit

 
Dienstag, 30. August 2022 - 17:35 Uhr

von Sebastian Renzel

 

Bocholt - Seit Montagabend sind die Pilger der Fußwallfahrt zurück in Bocholt. Zwar liefen im Vergleich zu den Vorjahren deutlich weniger Bocholter mit, die Stimmung war aber hervorragend. Viele Pilger und Begleiter wurden geehrt.

© Fußpilger Bocholt - Bernard Kornek

 
Eine besondere Atmosphäre bei der Bocholter Wallfahrt
 

Zahlreiche Pilger und Begleiter wurden im Rahmen der Wallfahrt geehrt oder verabschiedet. Johannes Nelskamp (9.v.l.) ist zum 50. Mal dabei gewesen, Florian Loskamp offiziell in den Vorstand aufgenommen worden.

Es war zwar kein Jahr der Rekorde – mit rund 500 Pilgern lag die diesjährige Fußwallfahrt im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren sogar unter dem Durchschnitt – doch die Stimmung am Samstag auf dem Weg nach Kevelaer und am Montag auf dem Weg zurück war hervorragend, sagt der Vorstand der Fußprozession um den Vorsitzenden Alfons Schmeink. Sie zogen am Dienstag ein positives Fazit.

Etwa 200 Pilger machten sich am Montag in aller Frühe auf die Beine. Nach der Pilgermesse in der Basilika um 5 Uhr ging es wieder Richtung Bocholt. Wie schon auf dem Hinweg, herrschten auch auf dem Rückweg „optimale Pilgerbedingungen“, sagt Schmeink. Weil deutlich weniger Pilger unterwegs waren, entschied sich der Vorstand erstmals dafür, dass die Gruppe nicht wie sonst üblich getrennt wird, sondern dass alle gemeinsam zurücklaufen. „Es hätte bei der Größe einfach keinen Sinn gemacht“, so Schmeink. Viele Pilger hätten allerdings gesagt, dass gerade durch die relativ kleine Gruppe eine besondere Atmosphäre entstanden sei. „Wichtig ist uns, dass die, die dabei sind, sich wohlfühlen“, sagt der zweite Vorsitzende Klaus Borgers.

 

© Sebastian Renzel

 
Eine besondere Atmosphäre bei der Bocholter Wallfahrt
 

Pfarrer Andreas Hagemann (2. von links) nimmt den Scheck von Klaus Borgers (von links), Alfons Schmeink, Ludger Mertens und Peter Mertens vom Vorstand der Fußpilger entgegen.

 

„Es ist mit Sicherheit eine gewisse Entwicklung erkennbar“, sagt Schriftführer Ludger Mertens im Hinblick auf die gesunkene Teilnehmerzahl. Allerdings habe es über die Jahre immer Schwankungen gegeben. In den 70er-Jahren seien es im Schnitt 350 Pilger gewesen. 1983 zum Jubiläum waren es etwa 1200 und auch rund um das Jubiläum im Jahr 2008 war die Zahl immer vierstellig. „Vielleicht haben einige ältere Teilnehmer die Corona-Pause auch zum Anlass genommen, zu sagen: ‚Ich hör’ auf.‘“, so Schmeink. Jetzt sei es wichtig, neue Keimzellen zu bilden. „Der Nachwuchs kommt in vielen Fällen nicht durch die Familien, sondern durch die Jugendarbeit“, so Klaus Borgers. Es habe zum Beispiel schon erste Gespräche mit den Messdienern gegeben, die im kommenden Jahr auch mitlaufen wollen.

Änderungswünschen steht der Vorstand der Fußpilger aufgeschlossen gegenüber. „Einige Pilger haben gefragt, ob man nicht einen Bus organisieren kann, der die Pilger am Samstagabend zurück nach Bocholt bringt und montags wieder nach Kevelaer“, sagt Schmeink. Darüber denke man nun nach. Das würde die Problematik mit den Übernachtungsmöglichkeiten vor Ort vielleicht auch etwas abmildern. Denn in den vergangenen Jahren haben einige Hotels in Kevelaer geschlossen, was die Zimmersuche deutlich erschwert.

Die Pilgersammlung brachte in diesem Jahr eine Spende in Höhe von 1011,15 Euro ein. Das Geld kommt der Gruppe „Helfende Hände“ von St. Josef zugute. „Da das Motto der Wallfahrt in diesem Jahr ‚Frieden‘ war, haben wir eine Organisation gesucht, die sich um Kriegsflüchtlinge kümmert“, erklärt Schmeink. Die ehrenamtlichen Helfer bieten kleine Hilfeleistungen im Alltag an, sagt Pfarrer Andreas Hagemann. „Sie helfen beim Entrümpeln, beim Einkaufen oder hängen mal ein Regal auf. Sie bieten einfach eine Unterstützung im Alltag.“ Im Hinblick auf die Flüchtlinge geht es derzeit oftmals um eine Starthilfe. Praktische Dinge wie ein Stuhl, ein Tisch oder Farbe für die Wände gilt es zu besorgen.

Der Termin für die nächste Wallfahrt steht bereits. Sie findet vom 26. bis zum 28. August 2023 statt.

Ehrungen und Verabschiedungen

In Kevelaer standen einige Ehrungen auf dem Programm. Johannes Nelskamp pilgert seit 50 Jahren mit. Bernhard Meiring und Theo Schmeinck engagieren sich seit 60 Jahren im Vorstand der Fußpilger. Seit 25 Jahren ist Benedikt Meiring dabei. Geehrt wurde auch die Familie Schwanekamp, die seit 100 Jahren als Wagenbegleiter dabei ist (das BBV berichtete). Familie Engenhorst ist seit 50 Jahren dabei. Als Begleiter verabschiedet wurde Familie Tielkes. Sie war seit 164 Jahren dabei. Ebenfalls verabschiedet wurden Klaus Enck und Alfons Lamers als Fahrzeugführer.

Quelle: BBV-net

 

 

BBV vom 29. August 2022

Fußpilger ziehen in Bocholt ein

Wallfahrt nach Kevelaer

Montag, 29. August 2022 - 20:19 Uhr

von Stefanie Himmelberg

Bocholt - Die Fußpilger sind am Montagabend von ihrer Wallfahrt nach Kevelaer zurückgekehrt.

© Sven Betz

Fußpilger ziehen in Bocholt ein
 

Abgekämpft, aber glücklich zogen sie von Familien und Freunden erwartet in die St.-Georg-Kirche ein. Begonnen hatte ihr Tag bereits um 5 Uhr mit der Pilgermesse in der Basilika; anschließend hieß es Abschied nehmen am Gnadenbild.

 

Quelle: BBV-net

Autor: Stefanie Himmelberg

 

 

BBV vom 28. August 2022

Nach Corona-Pause: Bocholter Fußpilger ziehen in Kevelaer ein

500 Gläubige sind mitgelaufen – weniger als vor der Pandemie

Sonntag, 28. August 2022 - 13:06 Uhr

von Stefanie Himmelberg

Bocholt - Bocholts Fußpilger feiern ihr Comeback. Rund 500 Gläubige liefen am Samstag nach Kevelaer. Das waren zwar deutlich weniger als vor Corona. Alfons Schmeink, Vorsitzender der Fußprozession, war dennoch „top-zufrieden“.

© Rolf Himmelberg

Nach Corona-Pause: Bocholter Fußpilger ziehen in Kevelaer ein
 

Nach rund 50 Kilometern Fußweg ziehen die Fußpilger am Abend in Kevelaer ein. Immer voran: das Kreuz.

Die Atmosphäre auf dem Hinweg sei sehr schön gewesen, die Teilnehmer begeistert und voller Überzeugung bei der Sache. Am Montagabend kehren die Pilger nach Bocholt zurück; der feierliche Einzug in St. Georg ist für 20 Uhr geplant.

Dass sich diesmal eine kleinere Gruppe auf den Weg machen würde, zeichnete sich schon beim Auszug aus Bocholt am frühen Samstagmorgen ab. Im Laufe des Tages kamen zwar noch einige Pilger dazu, insgesamt gesehen blieb ihre Zahl jedoch unter denen der Vor-Corona-Jahre. Damit reiht sich die Bocholter Fußprozession in die Wallfahrten ein, die beim Re-Start, wie Schmeink es nennt, mit einer kleineren Gruppe unterwegs sind. An der Qualität der Wallfahrt ändert dies nichts. Vielen Pilgern ist es ein Herzensanliegen, mit ihren ganz persönlichen Anliegen nach Kevelaer zu laufen – allen Anstrengungen auf der mehr als 50 Kilometer langen Strecke zum Trotz.

Sonne und Wolken im Wechsel sowie Temperaturen etwas über der 20-Grad-Grenze verhießen bestes Laufwetter. „Die Organisation hat hervorragend geklappt“, sagte Alfons Schmeink. Das Zusammenspiel mit Polizei und DRK funktionierte reibungslos. Besondere Einsätze hatten die Helfer nicht. Unterwegs und am Abend verarzteten die Sanitäter wie üblich einige Blasen. Bei der abschließenden Andacht hatten einige Pilger mit Kreislaufproblemen zu kämpfen.

„Wir gehen zusammen, wir gehen für alle“, sagte Dr. Wilfried Hagemann, geistlicher Leiter der Wallfahrt, in der Pilgermesse am Freitag. Er nannte es „einen Schatz“, wenn die Tradition des Pilgerns in vielen Familien über Generationen hinweg gelebt werde. Nach dem Gottesdienst ließ er kleine Friedenstauben-Anhänger verteilen – Symbole des aktuellen Mottos; die 289. Bocholter Fußwallfahrt steht im Zeichen des Friedens. Mittendrin waren auch die Pfarrer der Bocholter Pfarreien, Matthias Hembrock, Rafael van Straelen und Andreas Hagemann; alle drei hatten sich in die Pilgergruppe eingereiht.

Gänsehautmomente gab es einige auf dem Weg nach Kevelaer. An der früheren Volksbankfiliale in Werth verschenkten Bernd Kleine-Rüschkamp und sein Team 1000 Äpfel an die Pilger – so wie sie es seit mehr als 20 Jahren tun. Die Fußprozession sei „so eine tolle Sache“ mit so vielen engagierten Menschen, da wolle man ein wenig zurückgeben, hieß es. Am Ponyhof Leitung lagen erstmals kartonweise hart gekochte „Eier to go“ griffbereit zum Mitnehmen. Kistenweise Mineralwasser und Sprudel sowie Müsli- und Schokoriegel hielten wie immer die Pfadfinder von St. Norbert an drei Stationen am Wegesrand bereit – für Hanna Kleinmann „eine der schönsten Aktionen des Jahres“. Dass viele Privatleute ihre Türen öffneten und WCs zur Verfügung stellten, freute vor allem die Frauen.

Am Sonntag stehen in Kevelaer die Pilgermesse, der Kreuzweg, die Jubilarehrungen und die Lichterprozession auf dem Programm. Am Montagmorgen werden wieder die Laufschuhe geschnürt: In aller Frühe geht es zu Fuß zurück zur nach Bocholt.

Quelle: BBv-net
Autor: Stefanie Himmelberg

 

 

BBV vom 23. August 2022

Seit etlichen Jahrzehnten mit dem Trecker für die Wallfahrt unterwegs

Die Familien Schwanekamp und Engenhorst transportieren Pilger, Gepäck und Sanitäter

Bocholt - Wenn die Fußpilger nach Kevelaer laufen, fahren die Familien Schwanekamp und Engenhorst mit. Sie transportieren Pilger, Gepäck und Sanitäter und begleiten die Wallfahrt seit etlichen Jahrzehnten.

© Stefanie Himmelberg

Seit etlichen Jahrzehnten mit dem Trecker für die Wallfahrt unterwegs
 

Der Termin ist reserviert: Am vierten Wochenende im August geht es nach Kevelaer. Leo (links) und Matthias Engenhorst sowie Katharina Schwanekamp und ihre Söhne Norbert (am Lenkrad) und Herbert sind mit viel Herzblut dabei, um die Pilger zu begleiten.

Sie transportieren müde Pilger, Sanitäter im Einsatz und massenweise Gepäck – die Fahrer der Begleitwagen der Bocholter Fußpilger. Wenn sich die Prozession am kommenden Samstag in Richtung Kevelaer in Bewegung setzt, ist das für die Familien Schwanekamp und Engenhorst eine besondere Wallfahrt: Schwanekamps fahren seit 100 Jahren mit, Engenhorsts seit 50 Jahren. So viel Einsatz und Engagement war den Verantwortlichen der Fußpilger um Alfons Schmeink ein extra Dankeschön wert: Sie ließen für jeden Wagen zwei große Schilder mit der Aufschrift „100 Jahre im Dienst der Wallfahrt“ beziehungsweise „50 Jahre im Dienst der Wallfahrt“ und einer Abbildung des Kevelaerer Gnadenbildes anfertigen und montierten sie beim jüngsten Vorstandstreffen mit den Ordnern. Für ihre langjährigen Verdienste ausgezeichnet werden die beiden Familien außerdem im Rahmen der Jubilarehrung am Sonntag in der Basilika in Kevelaer.

Landwirtschaft gibt es auf dem Hof Schwanekamp schon seit 1979 nicht mehr. Den alten Trecker Jahrgang 1963 und den offenen Gummiwagen, der nur am Kevelaer-Wochenende ein Verdeck bekommt, geben Katharina Schwanekamp (83) und die Söhne Norbert (57) und Herbert (56) aber nicht her. Einmal im Jahr geht der grüne Deutz D25 mit dem luftgekühlten Dieselmotor auf große Fahrt in den niederrheinischen Wallfahrtsort und wieder zurück. Maximal 20 Stundenkilometer schafft der Oldtimer. Auf dem Weg nach Kevelaer ist er mit etwa sechs km/h unterwegs. Schritttempo ist angesagt, das Gespann fährt die meiste Zeit kurz hinter den Pilgern. Immer hinter der zweiten Gruppe. „Da läuft die Prominenz“, flachst einer aus der Runde.

Katharina Schwanekamps Schwiegervater spannte erstmals im Sommer 1922 an, um Gepäck und Leute nach Kevelaer zu fahren. Das Pferd in Rees für die kurze Fahrt ans andere Rheinufer auf die Ponte zu bekommen, war nicht immer einfach, erinnert sich Katharina Schwanekamp und, dass die Männer anfangs noch im Pferdestall ihr Nachtquartier in Kevelaer aufschlugen. Die Rheinbrücke in Rees wurde 1967 fertig. Ein Jahr später liefen die Pilger erstmals über die Brücke, statt die Fähre zu nehmen. Kaltblüter Max hatte zu der Zeit schon ausgedient. Nachdem er sich einmal am Fluss mächtig die Hufe vertreten hatte, wurde er 1964 durch besagten Trecker ersetzt.

Ein Dach hat der Deutz nicht, und er bekommt auch keins. Bei Regen müsse man am Lenkrad eben eine Regenjacke überziehen, sagt Norbert Schwanekamp und schmunzelt: „Wir müssen auch ein bisschen leiden.“ Dass er vor Jahren einen Sani am Pausenort vergessen hat und ohne ihn losgefahren ist, ist eine andere Geschichte. Dass er die Begebenheit jeden Sommer genüsslich aufs Brot geschmiert bekommt, eine weitere. Überhaupt wird viel gelacht: Nach Kevelaer pilgern, das ist viel mehr als Rosenkranz beten und Marienlieder singen. Die Mischung aus Miteinander, Glauben und sportlicher Herausforderung begeistert stets aufs Neue.

„Das ist aber nichts Christliches“, antwortet Leo Engenhorst (69) auf die Frage, was ihm in 50 Jahren Kevelaer-Wallfahrt in Erinnerung geblieben ist. Amüsiert erzählt er von dem Bekannten, der nach getanem Pilgermarsch in der Disco in Kevelaer mit den Mädchen aus dem Dorf anbandelte. Und von dem Nachbarn, der immer in seinen Holzklumpen lief und in der Pause drei Schnäpse bestellte: „einen für oben und zwei für unten“. Den ersten trank er, die anderen beiden kippte er in die Klotschen, um besser laufen zu können. Ob das funktioniert hat, ist nicht bekannt.

Als 14-Jähriger lief Leo Engenhorst erstmals an der Seite seines Vaters mit. 1972 übernahm dieser den Transportdienst mit Trecker und Wagen. Seinen Vater am Steuer zu vertreten, habe ihm anfangs gar nicht gepasst, sagt Leo Engenhorst. Die ganze Zeit auf dem Trecker sitzen, das sei so gar nicht sein Ding gewesen. Der junge Leo wollte lieber laufen – so wie die meisten in seiner Familie. Am liebsten auch montags zurück nach Bocholt, sagt sein Sohn Matthias (39). „Dann hatte man immer einen guten Grund, nicht zur Schule zu gehen.“

Mal hatte der Trecker einen Platten, mal fingen die Bremsen zwischen Marienbaum und Uedemerbruch an zu qualmen. Die Bremsen kühlte Engenhorst mit Mineralwasser. Hilfe bekam er von den Pilgern; einer war Landmaschinentechniker und half beim Reparieren. Bis alles wieder funktionierte, „waren die anderen schon fast in Kevelaer“.

Taschen ab 6 Uhr abgeben

Rucksäcke und Taschen können am Wallfahrtssamstag ab 6 Uhr bei den insgesamt fünf Begleitwagen an der Georgskirche abgegeben werden. Gepäckstücke, die während des Hinweges nicht benötigt werden, werden mit farbigen Bändern markiert, gesondert nach Kevelaer gebracht und können nach der Ankunft in Kevelaer an den Wagen abgeholt werden.

Quellle: BBV-net
Autor: Stefanie Himmelberg

 

 

BBV vom 19.08.2022

Wie viele Pilger machen sich auf den Weg nach Kevelaer?

Fußwallfahrt vom 27. bis zum 29. August

 

Bocholt - Die Bocholter laufen wieder gemeinsam nach Kevelaer. Start ist am frühen Samstagmorgen, 27. August. Wie viele Pilger sich nach zwei Jahren Pause auf den Weg machen, können die Organisatoren nicht abschätzen.

Wie viele Pilger machen sich auf den Weg nach Kevelaer?

© August Telaar

 

Die Bocholter Fußpilger beim Einzug in die Basilika in Kevelaer 2019. Die 289. Fußprozession Bocholt-Kevelaer findet vom 27. bis 29. August als Friedenswallfahrt statt.

Die Bocholter Fußpilger stehen in den Startlöchern, die Vorfreude ist groß. Erstmals nach 2019 ziehen sie wieder gemeinsam nach Kevelaer. Wie viele Menschen sich am Samstag, 27. August, in aller Frühe vor der St.-Georg-Kirche treffen, um sich auf den rund 50 Kilometer langen Weg zu machen, vermag Alfons Schmeink, Vorsitzender der Fußprozession, nicht abzuschätzen. Rund 800 waren es beim letzten Mal. Vielleicht ist die Wallfahrt nach der Corona-Pause und angesichts der momentanen gesellschaftlichen Herausforderungen aktueller denn je. Oder aber Teilnehmer sind nach zweimaliger Absage endgültig ausgestiegen. Man werde sehen, sagt der 56-Jährige und blickt gespannt auf den Samstagmorgen.

Folgende Termine sollten sich die Pilger bis dahin vormerken: Am Mittwoch, 24. August, findet um 19.30 Uhr ein Bußgottesdienst in St. Georg statt. Am Freitag, 26. August, ist von 18.15 bis 18.45 Uhr zunächst Beichtgelegenheit, um 19 Uhr schließt sich die Pilgermesse an – beides ebenfalls in der Georgskirche. Fahnen und Banner der Standesvereine und Organisationen können vor der Pilgermesse an der Sakristei abgegeben werden. Vor und nach der Messe werden Pilgerhefte verkauft.

 

Neuer Rastpunkt

Am Samstag, 27. August, treffen sich die Pilger ab 6 Uhr vor der Georgskirche, um ihr Gepäck abzugeben. Um 6.30 Uhr ziehen sie über die Ravardistraße und das Westend aus Bocholt hinaus. Nach der Frühstückspause in Empel erreichen sie gegen 13 Uhr Marienbaum und legen eine Mittagsrast ein. Weiter geht es durch den Reichswald über Uedemerbruch nach Winnekendonk, dem letzten Pausenort, an dem die beiden Pilgergruppen zusammentreffen. Hier müssen sich die Teilnehmer auf dem Hinweg auf Änderungen einstellen: Auf dem früheren Sportplatz, auf dem es sich die Pilger seit jeher bequem gemacht haben, steht jetzt ein Supermarkt. Halt gemacht wird deswegen an der nahe gelegenen Grundschule; dort können die Toiletten genutzt werden, der mitgeführte Toilettenwagen steht ebenfalls dort. Und: Die Mitglieder des Sportvereins Winnekendonk verkaufen ihre Getränke auch am neuen Standort.

Der feierliche Einzug in Kevelaer ist für 19.45 Uhr geplant. Pilger, die in Kevelaer die Dienste der DRK-Sanitätsgruppe in Anspruch nehmen möchten, beziehungsweise müssen, melden sich wie gehabt im Parkhotel (Luxemburger Galerie). Dort kümmern sich die Helfer um größere und kleinere Blessuren.

Mit einer Pilgermesse um 8.15 Uhr in der Basilika startet der Sonntag, 28. August, in Kevelaer. Um 10.30 Uhr ist Kreuzweg, um 16 Uhr Pilgerandacht mit Jubilarehrung in der Basilika und um 20.30 Uhr Lichterprozession. Fackeln für die Lichterprozession werden am Sonntag zwischen 19.45 und 20.15 Uhr am Begleitwagen an der Basilika verkauft.

 
 

Feierlicher Einzug am Montagabend

Erster Programmpunkt am abschließenden Montag, 29. August, ist die Pilgermesse um 5 Uhr in der Basilika. Um 6.30 Uhr heißt es Abschied nehmen vom Gnadenbild und sich auf den Weg zurück nach Bocholt machen. In der Georgskirche werden die Pilger gegen 19.30 Uhr zum feierlichen Einzug erwartet.

Der Vorstand der Fußprozession und der geistliche Leiter der Wallfahrt, Pfarrer Dr. Wilfried Hagemann aus dem Seelsorgeteam St. Georg, laden alle Pilger herzlich zur Teilnahme ein. „Wir hoffen auf eine rege Beteiligung und ein gutes Gelingen“, sagt Alfons Schmeink.

Vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine findet die 289. Fußwallfahrt von Bocholt nach Kevelaer bekanntlich als Friedenswallfahrt statt. Das Thema Frieden soll sich wie ein roter Faden durch alle Tage der Wallfahrt ziehen. Für alle Andachten und Gottesdienste in den kommenden Tagen hat Hagemann ganz besondere Texte und Gebete herausgesucht.

Jubilare bitte beim Vorstand melden

Mit zahlreichen Jubilaren rechnet der Vorstand der Fußprozession Bocholt-Kevelaer am Sonntag im Rahmen der Pilgerandacht in der Basilika. Für eine bessere Planung bitten die Verantwortlichen alle langjährigen Fußpilger, die ein besonderes Jubiläum feiern, sich im Vorfeld der Wallfahrt zu melden, entweder bei Alfons Schmeink (0170-3244581; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) oder bei Klaus Borgers (0174-7245650).

Quelle: BBV-net vom 19.08.2022 von Stefanie Himmelberg

 

 

BBV vom 08.06.2022

Fußpilger laufen wieder nach Kevelaer

Bocholt - Die Bocholter Fußpilger laufen wieder. Am vierten Augustwochenende findet die Wallfahrt nach zweijähriger Zwangspause wieder in gewohnter Form statt, berichten Alfons Schmeink, erster Vorsitzender der Fußprozession Bocholt-Kevelaer, und sein Stellvertreter Klaus Borgers.

Fußpilger laufen wieder nach Kevelaer

Alfons Schmeink (links) und Klaus Borgers (rechts) vom Vorstand der Fußprozession Bocholt-Kevelaer freuen sich mit dem geistlichen Leiter Dr. Wilfried Hagemann, dass die Fußwallfahrt am vierten Augustwochenende wieder in gewohnter Form stattfinden kann.

Dass sich alle wieder gemeinsam auf den Weg machen können, freut sie riesig. „Wir bekommen von allen Seiten nur positive Signale.“

Spätestens als sich die großen Fußballstadien im Frühjahr wieder mit Zehntausenden von Fans füllten, habe man beschlossen, die Veranstaltung wie gewohnt zu planen – zumal auch die Anfragen aus der Bevölkerung zunahmen. Die Genehmigung des Kreises Borken liegt bereits vor, die Gespräche mit den beteiligten Behörden und Gruppen laufen, die Planung steht. Ansonsten werden sich die Verantwortlichen wohl ein Stück weit überraschen lassen müssen, wie die erste Wallfahrt nach 2019 abläuft. Man wisse nicht, ob und wie sich etwa die allgemeine Situation der Kirche auf die Zahl der Teilnehmer auswirke, gibt Klaus Borgers zu bedenken. Alfons Schmeink hofft, „dass wir zu alter Stärke zurückfinden“. Will heißen, dass sich am Samstag, 27. August, rund 800 Pilger in aller Frühe von Bocholt aus auf den Weg in den mehr als 50 Kilometer entfernten Marienwallfahrtsort machen – und etwa die Hälfte von ihnen am Montag, 29. August, wieder zurück nach Bocholt.

Sorgen und Nöte, die die Menschen vor die Gottesmutter bringen können, seien reichlich vorhanden, sagt Pfarrer Dr. Wilfried Hagemann aus dem Seelsorgeteam St. Georg Bocholt, der erstmals die geistliche Leitung übernimmt. Vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine ist die Wallfahrt auf seine Initiative hin als Friedenswallfahrt überschrieben. Auch als Nicht-Bocholter habe er schon vieles von der Fußprozession gehört. Wer „seiner Seele etwas Gutes tun“ will, solle mitmachen, empfiehlt er. Sein Eindruck: „Kevelaer macht etwas mit einem.“ Das können Schmeink und Borgers nur zu gut bestätigen. Und mit ihnen viele andere Pilger. Etliche hatten sich in den vergangenen beiden Jahren auf eigene Faust nach Kevelaer gemacht und dabei ganz neue Wege entdeckt. „Beeindruckend“ sei diese Eigeninitiave gewesen, sagt Schmeink.

Wer in Kevelaer übernachten will, sollte sich zeitnah um eine Unterkunft kümmern. „Das „Weiße Kreuz“ ist schon jahrelang geschlossen, der „Goldene Apfel“ ist zu und was mit dem „Goldenen Löwe“ wird, weiß keiner so genau. „Die Betten in Kevelaer werden nicht mehr“, sagt Klaus Borgers und empfiehlt allen, die ein Quartier suchen, im Wallfahrtsbüro anzurufen: „Die helfen gerne weiter.“

Neu ist die Situation auf dem Hinweg in Winnekendonk, dem letzten Pausenort, an dem die beiden Pilgergruppen zusammentreffen, um gemeinsam die letzten Kilometer zurückzulegen. Auf dem Sportplatz steht jetzt ein Supermarkt. Halt gemacht wird deswegen an der nahe gelegenen Grundschule; dort können die Toiletten genutzt werden, auch der Toilettenwagen steht dort. Und: Die Mitglieder des Sportvereins Winnekendonk verkaufen ihre Getränke auch am neuen Standort.

Das Pilgerjahr der nordwestdeutschen Wallfahrtsorte steht in diesem Jahr unter dem Leitgedanken „Himmel + Erde berühren“, wobei das Plus-Zeichen zugleich für das Kreuz steht. Ursprünglich habe man sich damit den Themen Klima, Ökologie und Bewahrung der Schöpfung widmen wollen. Nun sei man durch das Weltgeschehen überholt worden, und dennoch passe das Leitwort, heißt es.

BBV vom 08.06.2022
von Stefanie Himmelberg

Quelle: BBV-net.de

 

 

Pressemitteilung 15.08.2021

Folgende Termine werden - trotz Absage der großen Prozession - für Einzelpilger oder Kleingruppen unter Einhaltung der aktuell vor Ort geltenden Hygiene-/Abstands- und Zugangsregelungen angeboten:

- Bocholt: 2 Pilgermessen am Freitag, 20.08.21, jeweils um 19 Uhr in St. Georg (Pfr. Manthey) und Liebfrauen (Pfr. van Straelen)

- Kevelaer: Kerzenopfer im Forum Pax Christi am Samstag, 21.08.21, 19.45 Uhr

Der Vorstand der Fußprozession Bocholt-Kevelaer

Alfons Schmeink & Klaus Borgers

1.& 2.Vorsitzender

 

 

Pressemitteilung 31.07.2021

Die Fußprozession 2021 nach Kevelaer findet nicht statt

Der Vorstand der Fußprozession Bocholt-Kevelaer hat sich in seiner Sitzung am Mittwochabend entschlossen, die diesjährige Fußprozession (21.-23. August 2021), vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie, wie im Jahr 2020 abzusagen.

Nach Abstimmung mit den betroffenen Stellen (Polizei / Behörden / Sanitäter / Wallfahrtsleitung in Kevelaer), Abwägung möglicher Szenarien und unter Berücksichtigung der derzeit gültigen Abstands- und Hygieneregelungen, ist der Vorstand übereingekommen, dass eine Durchführung der Fußprozession mit den gewohnten Pilgerzahlen und Abläufen organisatorisch kaum umsetzbar und auch nicht vernünftig ist.

Angesichts der sich derzeit wieder verschärfenden Infektionstendenz, ist nicht davon auszugehen, dass sich die Ausgangslage bis zum Zeitpunkt der Prozession entscheidend verbessert. Um nun Planungssicherheit für alle Beteiligten zu haben, hat sich der Vorstand zur abermaligen Absage entschlossen.

Der Vorstand der Fußprozession Bocholt-Kevelaer

Alfons Schmeink                                   Klaus Borgers

 

 

BBV vom 29.07.2021

Bocholter Fußwallfahrt erneut abgesagt

Corona macht den Pilgern zum zweiten Mal einen Strich durch die Rechnung

Bocholt. - Vor einigen Wochen sah vieles noch nach einem entspannten Sommer aus. Entsprechung zuversichtlich waren Alfons Schmeink, erster Vorsitzender der Fußprozession Bocholt-Kevelaer, und sein Stellvertreter Klaus Borgers mit Blick auf die Fußwallfahrt am vierten Augustwochenende. Doch mit steigenden Infektionszahlen vertieften sich die Sorgenfalten der Verantwortlichen. Nach der jüngsten Vorstandssitzung steht nun fest: Die traditionsreiche Veranstaltung fällt coronabedingt aus – zum zweiten Mal in Folge. Termin wäre der 21. bis 23. August gewesen.

 

„Hoffentlich geht die Ära Schmeink nicht als Ära der abgesagten Wallfahrten in die Geschichte ein“, sagt Alfons Schmeink (links). In seinem dritten Jahr als Vorsitzender muss er nun neben seinem Stellvertreter Klaus Borgers das zweite Aus der Fußwallfahrt am vierten Augustwochenende verkünden. 

 

Bis Ende Juli hatten sich die Organisatoren die Entscheidung offengehalten und gehofft. Sie wollten abwarten, wie sich die Corona-Lage entwickelt, um zu sehen, was am Ende möglich und machbar ist. Einstimmig habe der Vorstand nun die erneute Absage beschlossen. „Schmerzlich“ sei das, sagt Alfons Schmeink, und, dass man sich die Entscheidung nicht leicht gemacht habe. Laut aktuell geltender Inzidenzstufe 1 dürften sich zwar bis zu 1000 Pilger unter Einhaltung der Abstandsregeln auf den Weg in den niederrheinischen Wallfahrtsort machen. Spätestens an Pausenorten wie Empel und Marienbaum, an denen viele Angehörige und Freunde hinzukommen, um die Pilger zu versorgen oder selber ein Stück des Weges mitzulaufen, wäre die Situation aber zu unübersichtlich geworden.

Viele andere praktische Fragen stellten sich ebenfalls, zum Beispiel zur Arbeit der Sanitäter. Die müssten sämtliche kleineren und größeren Hilfeleistungen aufwendig dokumentieren, was kaum machbar sei. Wie schafft man es, dass sich die einzelnen Pilgergruppen in den Pausenorten nicht begegnen? Schon jetzt dauert der mehr als 50 Kilometer lange Fußmarsch von 6.30 Uhr bis 20 Uhr. Noch weiter ausdehnen könne man den Zeitrahmen kaum, heißt es. Was ist mit dem Toilettenwagen, was mit der Benutzung der WCs in den Lokalen? Der große Saal der Gaststätte Hennemann in Marienbaum, in dem seit jeher etliche Pilger einkehren, ist zudem aktuell geschlossen. Mit anderen Gastronomen müssen nun ebenso Gespräche über die Absage geführt werden wie mit den beteiligten Behörden, der Polizei und der Kreisverwaltung.

So wie die Bocholter, die als eine der größten Gruppen überhaupt bereits seit 1733 zum Gnadenbild pilgern, haben viele andere Pilgerzüge vergleichbarer Größe entschieden. Auch sie hätten erst mal abgewartet und dann doch abgesagt, sagt Borgers. Für kleinere Gruppen sei eine Wallfahrt unter Coronabedingungen gewiss leichter zu organisieren.

„Hoffentlich geht die Ära Schmeink nicht als Ära der abgesagten Wallfahrten in die Geschichte ein“, sagt Schmeink. In seinem dritten Jahr als Vorsitzender musste er nun die zweite Absage verkünden. Nach dem Aus im letzten Jahr hatten sich am vierten Augustwochenende zahlreiche Pilger einzeln oder in kleinen Gruppen auf eigene Faust auf den Weg nach Kevelaer gemacht – zu Fuß, mit dem Fahrrad oder im Auto. Für viele gehört das Pilgern fest in den Jahresablauf; sie wollten deshalb die besonderen Momente des Weges auch im Corona-Jahr nicht missen. Auch eine sehr schöne Erfahrung, sagten sich viele im Nachgang – obwohl sie die große Gemeinschaft der Pilger in ihrer einzigartigen Form natürlich vermissten.

Auch Alfons Schmeink und Klaus Borgers waren mit einigen Mitstreitern unterwegs. Selbst in der kleinen Gruppe habe es „etliche „Gänsehautmomente“ gegeben, sagt Schmeink. Borgers und seine Truppe hatten die Route über Bislich gewählt und das Ziel in Kevelaer nach gut 40 Kilometern schon nachmittags erreicht.

 

BBV Net vom Donnerstag, 29. Juli 2021 - 17:30 Uhr
von Stefanie Himmelberg
 
 

Pressebericht 24.06.2021

Entscheidung über die Durchführung der Fußprozession 2021 nach Kevelaer noch vertagt 

 

Der Vorstand der Fußprozession Bocholt-Kevelaer hat sich in seiner Sitzung am Dienstagabend entschlossen, die Entscheidung über das Stattfinden der diesjährigen Fußprozession (21.-23. August 2021), vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie, Ende Juli zu treffen.

Damit trägt der Vorstand dem Umstand Rechnung, dass sich für die  Pandemielage und die damit in Zusammenhang stehenden Veranstaltungsregelungen, bis dahin möglicherweise noch weitere Spielräume eröffnen, die eine Durchführung der Fußprozession möglich machen.  

Die Pandemie- und Gesetzeslage wird Ende Juli vom Vorstand aktuell bewertet und eine Entscheidung über die Durchführung der Fußprozession mitgeteilt.

 

Der Vorstand der Fußprozession Bocholt-Kevelaer

Alfons Schmeink                                 Klaus Borgers

1.Vorsitzender                                    2. Vorsitzender